Tag:

661. Was liegt dir immer noch im Magen?
Worte und Taten meiner Schwiegertochter!
662.Magst du es, wenn man sich um dich kümmert?
In gewisser Weise ja, aber es darf nicht aufdringlich sein!
663.Welchen Wunsch wirst du dir nie erfüllen?
Ich habe keine materiellen Wünsche mehr, außer dass wir lange noch gesund bleiben!
664. Was war die interessanteste Einladung, die du jemals bekommen hast?
Da fällt mir keine ein!
665. Wie würden dich deine Freunde beschreiben?
Loyal, gewissenhaft, ehrlich
666.Wer hat dir in deinem Leben am heftigsten wehgetan?
Meine Mutter!
667.Was war ein Wendepunkt in deinem Leben?
Der große Schritt, von Krefeld nach Kiel zu ziehen. Den ich NIE bereut habe!
668.Glaubst du, dass Menschen die Zukunft vorhersagen können?
Nein!
669.Was kannst du fast mit geschlossenen Augen tun?
Stricken, durch meine Wohnung gehen und alles finden.
670.Auf welchem Platz in der Klasse hast du am liebsten gesessen?
Ziemlich vorne!
Anne Seltmann 29.07.2026, 09.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL

[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]
Seit Tagen steht sie im Regen. Nicht nur im Regen des Himmels, sondern im Regen aus schlechten Nachrichten, Vorurteilen und lauten Stimmen. Das Wasser steigt ihr bis an die Knöchel. Noch lächelt sie. Aber lange wird sie dort nicht stehen können.
Da kommt die Angst vorbei.
Sie blickt sich ständig um, sieht hinter jeder Ecke eine neue Gefahr und flüstert unaufhörlich: „Pass auf. Trau niemandem. Es wird alles schlimmer. Ihre Worte sind wie kalter Wind. Die Hoffnung beginnt zu frieren.
Kurz darauf erscheint der Spott.
Er lacht über alles, was freundlich ist. Er nennt Mitgefühl Naivität und Hilfsbereitschaft Schwäche. „Davon wird die Welt auch nicht besser, sagt er und geht kopfschüttelnd weiter. Die Hoffnung senkt den Blick.
Dann kommt die Eile.
Sie hat keine Zeit anzuhalten. Keine Zeit zuzuhören. Keine Zeit, eine Hand zu reichen. „Später vielleicht, ruft sie noch im Vorübergehen. Doch das Später kommt oft nie.
Gerade als die Hoffnung glaubt, niemand würde sie sehen, bleibt jemand stehen.
Es ist die Güte.
Sie fragt nicht, warum die Schuhe nass geworden sind. Sie hält keine langen Reden und sucht keine Schuldigen. Sie setzt sich einfach neben die Hoffnung, nimmt ihre kalten Hände in die eigenen und sagt leise: „Du bist nicht allein.
Das genügt.
Nach und nach bleiben weitere Menschen stehen. Einer bringt ein trockenes Paar Schuhe. Eine andere schenkt eine warme Decke. Jemand erzählt eine Geschichte, die Mut macht. Ein Kind lacht. Und plötzlich wird aus vielen kleinen Gesten etwas Großes.
Die Sonne kommt nicht auf einmal hervor.
Aber der Regen fühlt sich nicht mehr ganz so kalt an.
Die Hoffnung richtet sich auf, streift den Schlamm von den Schuhen und geht weiter. Nicht, weil die Welt über Nacht besser geworden ist, sondern weil sie erfahren hat, dass selbst das kleinste Licht heller leuchtet, wenn viele Menschen es gemeinsam tragen.
Und vielleicht beginnt Veränderung genau dort: Nicht mit den Lautesten. Sondern mit denen, die stehen bleiben, wenn andere weitergehen.
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 29.07.2026, 08.51 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL



Ein Sommertag in Laboe – oder: Manche Ausflüge werden einfach nie langweilig
Es gibt Orte, an denen man schon unzählige Male gewesen ist.
So oft, dass man irgendwann aufhört zu zählen. Oder, wie man bei uns im Norden
sagen würde: bestimmt schon zum Drölfhundertsten Mal. 
Trotzdem stand heute wieder ein Ausflug nach Laboe auf dem Programm. Unsere Enkelkinder verbringen mit ihren Eltern gerade ein paar Urlaubstage hier in Kiel und was liegt da näher, als ihnen ein Stück unserer Heimat zu zeigen?
Schon am frühen Morgen ging es mit dem Fördedampfer über die Kieler Förde. Ich liebe diese Überfahrt jedes Mal aufs Neue. Während das Wasser leise gegen den Rumpf plätschert, zieht Kiel langsam vorbei und man hat sofort das Gefühl, dass der Alltag für ein paar Stunden Pause macht.
In Laboe angekommen, durfte natürlich das Marine-Ehrenmal nicht fehlen. Die vielen Stufen haben wir nach oben gemieden, es gibt ja Gott sei Dank einen Aufzug. Auf der Aussichtsplattform bietet sich ein herrlicher Rundumblick über die Kieler Förde, die Ostsee und die vorbeiziehenden Schiffe. Anfangs zeigte sich der Himmel noch eher grau und wolkenverhangen, doch nach und nach riss die Wolkendecke auf und die Sonne machte aus einem schönen Tag einen perfekten Sommertag.



Natürlich führte unser Weg auch wieder zum U-Boot U 995. Für uns ist es längst ein alter Bekannter. Trotzdem übt es jedes Mal eine besondere Faszination aus – und für die Kinder war es ohnehin ein spannendes Erlebnis. Es ist schön zu sehen, wie Geschichte plötzlich greifbar wird und Kinderaugen vor Neugier leuchten.
Zwischendurch durfte die kulinarische Seite eines Ostseeausflugs natürlich nicht fehlen. Erst stärkten wir uns mit köstlichen Crêpes, später gab es – wie sollte es an der Küste anders sein – leckere Fischbrötchen. Irgendwie schmecken sie am Meer einfach besser als irgendwo sonst.
Was mir an solchen Tagen besonders gefällt, sind gar nicht die großen Sehenswürdigkeiten. Es sind diese kleinen Momente dazwischen: das gemeinsame Lachen, staunende Kinderblicke, der Wind, der einem um die Nase weht, das Kreischen der Möwen und dieses Gefühl, einfach gemeinsam unterwegs zu sein.
Laboe hat uns wieder einmal gezeigt, dass man nicht weit reisen muss, um einen wunderschönen Tag zu erleben. Manchmal genügt ein Fördedampfer, ein weiter Blick über die Ostsee und die Menschen, die einem am Herzen liegen.
Und auch wenn wir bestimmt schon zum Drölfhundertsten Mal dort waren – ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht das letzte Mal gewesen ist. Manche Orte verlieren ihren Zauber einfach nie.
Anne Seltmann 29.07.2026, 06.56 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
So ein Tag schreibt Geschichten, ohne ein einziges Wort zu verlieren.
Dass das Glück so oft in den kleinen Dingen wohnt, ist unglaublich.
Dabei müssen wir nur aufmerksam genug sein, es zu entdecken.
Ein letzter Blick in den Abendhimmel ist ein schöner Abschluss.
Trotz aller Hektik freue ich mich über jeden Augenblick, der mich lächeln lässt.
Letzten Sommer habe ich gelernt, dass Erinnerungen oft nach Sonne, Wind und Freiheit duften.
Im Kalender steht diese Woche viel Kreatives, ich habe neue Ideen im Kopf geplant und dann freue ich mich sie umzusetzen.
Anne Seltmann 27.07.2026, 10.17 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Es gibt Menschen, die können einfach kein Geheimnis für sich behalten.
Kaum erfahren sie etwas, wird telefoniert, geschrieben, weitergeflüstert oder – ganz modern – in den sozialen Medien geteilt. Früher nannte man das Tratschen. Heute heißt es oft: "Ich wollte es nur mal kurz erzählen..."
Doch woher kommt eigentlich die Redewendung „etwas an die große Glocke hängen?
Früher wurden wichtige Neuigkeiten tatsächlich mit Glockengeläut bekannt gemacht. Ob Markttag, Feuer, Hochwasser oder königlicher Besuch – wenn die große Glocke läutete, wusste jeder: Jetzt gibt es etwas Wichtiges!
In meiner Fantasie sieht das allerdings etwas anders aus.
Da steht ein kleiner Handwerker auf einer wackeligen Leiter. Vor ihm hängt eine riesige Glocke, größer als ein Haus. Mit ernstem Gesicht befestigt er sorgfältig ein Schild daran:
„Bitte weitersagen!
Ich stelle mir vor, wie die Leute stehen bleiben und rätseln.
"Was hängt denn da?"
"Keine Ahnung."
"Na, dann erzählen wir es erst einmal allen!"
Mission erfüllt.
Vielleicht wäre das sogar die ehrlichste Form von Klatsch. Nicht hintenherum tuscheln, sondern gleich alles offiziell an die größte Glocke hängen, die man finden kann.
Ob das allerdings jede Nachricht verdient?
Ich glaube nicht.
Manches darf ruhig leise bleiben.
Ein Sonnenuntergang braucht keine Schlagzeile.
Ein Kinderlachen keine Pressekonferenz.
Und ein selbst gebackener Apfelkuchen muss nicht in den Abendnachrichten auftauchen – obwohl ... darüber könnte man durchaus diskutieren.
Aber wenn ihr demnächst irgendwo eine riesige Glocke entdeckt, an der ein kleiner Handwerker gerade ein Schild befestigt, dann wisst ihr Bescheid.
Es ist wahrscheinlich wieder jemand unterwegs, der etwas an die große Glocke hängen möchte.
Und seien wir ehrlich ...
... ein kleines bisschen neugierig sind wir doch alle.
Anne Seltmann 23.07.2026, 07.34 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Eine Möwe aus einer Zeit vor mir
Ich sortiere gerade die alten Fotos meiner Eltern.
Zwischen den vielen Aufnahmen blieb ich an einem Bild hängen: Möwen auf Usedom.
Mein Vater hat dieses Foto gemacht, als er noch ein junger Mann war. Er war damals mit meiner Mutter auf der Insel unterwegs. Ich war noch nicht geboren. Es war eine Zeit, in der ihre gemeinsame Geschichte gerade erst begann.
Während ich das Bild betrachte, frage ich mich, worüber sie damals gesprochen haben. Ob sie am Strand spazieren gingen, den Möwen zusahen oder einfach den Wind und das Meer genossen. Hatten sie schon Träume für die Zukunft? Haben sie geahnt, was das Leben für sie bereithalten würde?
Ein altes Foto ist mehr als ein eingefrorener Augenblick.
Es zeigt nicht nur, was zu sehen ist. Es erzählt von einer Zeit, die ich nur aus Erzählungen kenne – und doch gehört sie zu mir. Denn ohne diese Tage auf Usedom, ohne all die kleinen und großen Momente, die meine Eltern miteinander erlebt haben, gäbe es meine eigene Geschichte nicht.
Ich schaue auf die Möwe und sehe plötzlich nicht mehr nur einen Vogel am Meer. Ich sehe zwei junge Menschen, voller Zukunft, ohne zu wissen, welche Wege noch vor ihnen liegen würden.
Es berührt mich, dass ich heute, Jahrzehnte später, dieses Bild in den Händen halte.
Fotos können die Zeit nicht anhalten. Aber sie können sie für einen Augenblick wieder öffnen.
Und manchmal genügt eine einziges Bild mit Möwen, um sich auf eine Reise zu begeben – in eine Vergangenheit, die man selbst nie erlebt hat und die doch ein Teil der eigenen Geschichte geworden ist.
[Foto eingescannt und bearbeitet]
Anne Seltmann 22.07.2026, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Palaver – wenn Worte ihre Reise erzählen
Es gibt Wörter, die klingen schon beim Aussprechen nach dem, was sie bedeuten. Palaver ist so ein Wort. Man hört förmlich das Hin und Her, das Reden ohne Ende, das Diskutieren, Erklären und Ausschmücken.
Heute sagen wir oft: „Mach doch nicht so ein Palaver! Gemeint ist damit meist ein unnötiges Theater oder eine endlose Diskussion um eine Kleinigkeit. Doch das Wort hatte ursprünglich eine ganz andere Bedeutung.
Seine Wurzeln liegen im portugiesischen palavra, was schlicht „Wort bedeutet. Portugiesische Seefahrer brachten den Begriff im 15. und 16. Jahrhundert an die westafrikanische Küste. Dort entwickelte sich daraus das Palaver – eine oft stundenlange Besprechung zwischen europäischen Händlern und den einheimischen Gemeinschaften. Solche Treffen dienten dazu, Konflikte zu lösen, Handel zu betreiben oder gemeinsame Entscheidungen zu treffen.
Erst später bekam das Wort im Deutschen einen leicht spöttischen Beiklang. Aus dem ernsthaften Gespräch wurde das vermeintlich überflüssige Gerede.
Eigentlich ist das schade.
Denn ein Palaver im ursprünglichen Sinn war kein Geschwätz. Es bedeutete, sich Zeit füreinander zu nehmen, zuzuhören, Argumente auszutauschen und erst dann zu einer Entscheidung zu kommen. Vielleicht könnten wir davon heute wieder etwas gebrauchen.
Wörter tragen Geschichten in sich. Manche reisen über Kontinente, verändern unterwegs ihre Bedeutung und kommen schließlich ganz anders bei uns an, als sie einst aufgebrochen sind.
Palaver ist eines dieser Wörter.
Und vielleicht lohnt es sich manchmal, ein kleines Palaver zu führen – solange dabei nicht das Reden wichtiger wird als das Zuhören.
Anne Seltmann 21.07.2026, 07.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Manche Herzen werden sorgfältig gezeichnet. Mit Zirkel, Lineal und dem Anspruch auf Perfektion. Und dann gibt es dieses Herz.
Ein paar Sprühstöße.
Ein wenig Farbe.
Ein unruhiger Rand.
Farbnasen, die nach unten laufen.
Nicht makellos.
Nicht geschniegelt.
Nicht geschniegelt für eine Postkarte.
Und trotzdem bleibt mein Blick daran hängen. Vielleicht, weil es mich daran erinnert, dass Liebe selten gerade Linien kennt. Sie verläuft manchmal. Sie hinterlässt Spuren. Sie ist nicht immer symmetrisch und nicht immer planbar. Gerade die kleinen Unregelmäßigkeiten erzählen oft die schönsten Geschichten. Ich frage mich manchmal, wer dieses Herz an die Wand gesprüht hat.
War es ein verliebter Mensch?
Jemand, der vermisst?
Oder einfach jemand, der der grauen Wand einen Hauch von Leben schenken wollte? Ich werde es wohl nie erfahren. Aber vielleicht ist genau das das Schöne daran. Man muss nicht jede Geschichte kennen, um sich von ihr berühren zu lassen.
Ich wünsche euch einen Montag mit Menschen, die keine perfekten Herzen haben müssen – sondern echte.
Nächster Termin:

03. August
Anne Seltmann 20.07.2026, 00.00 | (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Manchmal braucht es gar keine große Reise, um einen schönen Tag vor sich zu haben. Heute fahren meinen Lieblinsgmensch und ich in den * Tierpark nach Gettorf. Dort warten schon meine Enkelin, mein Sohn und seine Lebensgefährtin auf uns. Ich freue mich auf gemeinsame Stunden zwischen Eseln, Erdmännchen, Affen und all den anderen tierischen Bewohnern.
Jetzt fehlt eigentlich nur noch eines: dass das Wetter mitspielt. Die Vorhersage macht Hoffnung, und ich drücke einfach mal die Daumen, dass die Wolken heute nur Dekoration sind und die Sonne sich zwischendurch blicken lässt.
Ich mag den Tierpark Gettorf sehr. Er ist überschaubar, liebevoll angelegt und bietet viele Möglichkeiten, Tiere ganz entspannt zu beobachten. Vor allem aber ist er heute der Ort, an dem wir Zeit miteinander verbringen. Und genau das ist es doch, was einen Tag besonders macht: nicht nur das Ziel, sondern die Menschen, mit denen man unterwegs ist.
Vielleicht entstehen unterwegs auch wieder ein paar schöne Fotos – und ganz bestimmt viele kleine Erinnerungen, die man nicht mit der Kamera festhalten kann.
Ich wünsche euch einen wunderschönen Sonntag. Vielleicht führt euch euer Weg ja auch nach draußen – dorthin, wo das Leben für ein paar Stunden ganz leicht sein darf.
[* Namensnennung...unbeauftragt und unbezahlt !]
Anne Seltmann 18.07.2026, 08.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL